
Pflichtausrüstung für den UTMB: die vollständige Liste
Geschrieben von Victor Michel — Geschichtsbegeisterter und leidenschaftlicher Alpinist, wohnhaft in Chamonix. Veröffentlicht am 12. Juli 2026 · Aktualisiert am 6. August 2026
Die Pflichtausrüstung muss vom Start bis ins Ziel mitgeführt werden, sonst drohen Strafen — die Rennkommissare können sie jederzeit kontrollieren. Hier die Liste mit den genauen numerischen Spezifikationen.
Das Wichtigste
- Wasserdichte Jacke: mindestens 10.000 Schmerber vorgeschrieben (20.000 empfohlen), RET < 13
- 2 Stirnlampen, jeweils mit Ersatzenergiequelle, 200 Lumen empfohlen
- Rettungsdecke: mindestens 1,40 m × 2 m
- Wasserreserve: mindestens 1 L, 1,5 L empfohlen bei UTMB/TDS/CCC
Warum diese genauen Anforderungen?
Schmerber — Einheit, die den maximalen Druck in Millimeter Wassersäule misst, dem ein Gewebe standhält, bevor Wasser durchdringt — definiert vom Textilindustriellen Charles-Édouard Schmerber und genormt nach ISO 811 / EN 20811. Bei strömendem Regen wirkt auf ein Kleidungsstück ein Druck von 1.300 bis 2.000 Schmerber: Die reglementarische UTMB-Schwelle von 10.000 bietet also eine breite Reserve, die von 20.000 noch mehr.
RET — Genormter Kennwert (ISO 11092), der den Widerstand eines Gewebes gegen den Abtransport des durch Schwitzen entstehenden Wasserdampfs misst, in m²·Pa/W — je niedriger der Wert, desto atmungsaktiver das Gewebe. Die vom UTMB empfohlene Schwelle (RET < 13) entspricht einer „guten“ Atmungsaktivität, ausreichend für die meisten Outdoor-Aktivitäten, aber nicht dem leistungsfähigsten Niveau (RET < 6).
Jede Spezifikation reagiert auf ein identifiziertes Hochgebirgsrisiko: Unterkühlung bei anhaltend schlechtem Wetter (Jacke, warme Schicht, Rettungsdecke), nächtliche Orientierung auf einer teilweise bei Dunkelheit gelaufenen Strecke (Lampen), Dehydrierung auf langen Abschnitten ohne Verpflegungsstelle (Wasserreserve). Das sind keine willkürlichen Vorgaben: Das Reglement wird nach jeder Ausgabe anhand der auf der Strecke beobachteten Vorfälle angepasst.
| Element | Spezifikation |
|---|---|
| Wasserdichte Jacke | Mindestens 10.000 Schmerber (20.000 empfohlen), RET < 13, verschweißte Nähte, integrierte Kapuze |
| Wasserdichte Überhose | Pflicht |
| 2. warme Schicht | Langarm mindestens 180 g, oder 1. Schicht 110 g + wasserabweisende Windjacke |
| Trailrucksack oder -weste | Während des gesamten Rennens getragen |
| Wasserreserve | Mindestens 1 L, versiegelte und wiederverschließbare Behälter (1,5 L empfohlen bei UTMB/TDS/CCC) |
| Stirnlampen | 2 Lampen, jeweils mit Ersatzenergiequelle, 200 Lumen empfohlen |
| Rettungsdecke | Mindestens 1,40 m × 2 m |
| Selbstklebende elastische Binde | Mindestens 100 cm × 6 cm |
| Warme Mütze oder Schlauchschal | Pflicht |
| Warme, wasserdichte Handschuhe | Pflicht |
| Eigener Becher | Mindestens 15 cl |
Die reglementarischen Werte einzuhalten garantiert nicht, die Kontrolle zu bestehen: Vor Ort wiegt das Urteil des Kontrollverantwortlichen oder des Wettkampfrichters schwerer als die bloße Übereinstimmung mit den angegebenen Spezifikationen, da an der Kontrollstelle keine Möglichkeit besteht, jedes Kleidungsstück messtechnisch zu prüfen.



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FAQ
Welche Mindestwasserdichtigkeit gilt für die Pflichtjacke beim UTMB?
Mindestens 10.000 Schmerber vorgeschrieben, empfohlener RET unter 13, verschweißte Nähte und integrierte Kapuze. In der Praxis streben die meisten Läufer eher 20.000 Schmerber für zuverlässigen Schutz bei widrigen Hochgebirgsbedingungen an. Französische Marken wie Cimalp bieten Trailjacken auf diesem Niveau an — ihr Modell Storm Pro erreicht 20.000 Schmerber und 80.000 g/m²/24h Atmungsaktivität mit einer 3-Lagen-Ultrashell®-Membran.
Wie viele Stirnlampen sind beim UTMB Pflicht?
Zwei, jede mit eigener Ersatzenergiequelle. 200 Lumen werden empfohlen. Bei einer wiederaufladbaren Lampe wird eine externe Batterie mit mindestens 5.000 mAh empfohlen, um die Distanz durchzuhalten.
Welche Mindestwassermenge muss man beim UTMB mitführen?
Mindestens 1 Liter in versiegelten, wiederverschließbaren Behältern, 1,5 Liter empfohlen bei UTMB, TDS und CCC angesichts der Distanz zwischen den Verpflegungsstellen.
Welche Mindestabmessungen hat die Pflicht-Rettungsdecke?
Mindestens 1,40 m × 2 m. Dieser Punkt wird systematisch von den Rennkommissaren kontrolliert, ebenso wie die selbstklebende elastische Binde (mindestens 100 cm × 6 cm).
Ist die Pflichtausrüstung für alle UTMB-Rennen identisch?
Die Basis ist gleich (wasserdichte Jacke, warme Schicht, Rettungsdecke, Lampen, Wasserreserve), aber die empfohlenen Wassermengen und einige Elemente variieren je nach Renndistanz — vor dem Start die offizielle Liste des jeweiligen Rennens prüfen.