
Welche Jacke für den Mont Blanc?
Geschrieben von Victor Michel — Geschichtsbegeisterter und leidenschaftlicher Alpinist, wohnhaft in Chamonix. Veröffentlicht am 10. Mai 2026 · Aktualisiert am 30. Juli 2026
Der Schutz vor Wind, Kälte und Feuchtigkeit beruht auf einem Schichtensystem. Am Mont Blanc muss die Jacke im Zusammenspiel mit der Daunenjacke und der Zwischenschicht gedacht werden, um alle Phasen der Besteigung zu bewältigen: Anmarsch, Hütte, Gipfel und Abstieg.
Das Drei-Schichten-System
Erste atmungsaktive Schicht (Feuchtigkeitstransport), zweite isolierende Schicht (Wärme), äußere wind- und wasserdichte Schicht (Schutz). Das ist die Grundlage jeder Temperaturstrategie im Hochgebirge. Jede Schicht muss allein und in Kombination mit den anderen funktionieren.
Hardshell vs. Softshell
Die wasserdichte Hardshell schützt besser vor Schlechtwetter (Regen, Schnee, starker Wind). Die Softshell atmet bei intensiver Anstrengung besser. Viele Alpinisten tragen beim Aufstieg eine Softshell und wechseln am Gipfel oder bei sich verschlechterndem Wetter zur Hardshell.
Zu den wasserdicht-atmungsaktiven Membranen auf dem Markt zählen Gore-Tex und NeoShell.
Daunenjacke — Wärmeisolierung
Unverzichtbar für Pausen, das Warten an der Hütte oder am Gipfel und jede Stillstandsphase in der Höhe. Daune (bestes Verhältnis von Gewicht zu Wärme im Trockenen) oder Synthetik (behält einen Teil ihrer Eigenschaften auch feucht) je nach Bedingungen.
Zwischenjacken und Westen
Zwischen der ersten Schicht und der Hardshell kann eine Zwischenschicht-Jacke oder -Weste (Fleece, leichte Softshell oder Synthetik) das System ergänzen. Nützlich für Übergänge zwischen Anstrengungs- und Ruhephasen.
| Typ | Funktion | Wann einsetzen |
|---|---|---|
| Wasserdichte Hardshell | Schutz vor Wind, Schnee, Regen | Starker Wind, Schlechtwetter, feuchter Nebel |
| Atmungsaktive Softshell | Leichter Schutz und Atmungsaktivität | Anhaltende Anstrengung, trockene Bedingungen |
| Daunenjacke | Wärmeisolierung | Pausen, Warten, Gipfel, Hütte |
| Ultraleichte Windjacke | Minimaler leichter Schutz | Anmarsch, schneller Abstieg |
Redaktionelle Auswahl
Top 5 empfohlene Jacken für den Mont Blanc
Fünf Modelle für die verschiedenen Phasen der Besteigung, vom Anmarsch bis zum Gipfel.
Cimalp — Advanced
Hardshell-Jacke von Cimalp, einer 1964 gegründeten französischen Marke, die leichteste der Reihe (~370-390 g): aufgebaut um die Kerntechnologie Ultrashell® (Patent 2012, 20.000 Schmerber/80.000 g/m²/24h), bestätigt durch mehr als 10 unabhängige Tests in 3 Ländern, für lange Zustiege und anspruchsvolle Routen ohne Kompromisse beim Schutz.
Rab — Latok Mountain GTX
Dreilagiges Gore-Tex Pro, britische Marke mit Spezialisierung auf technisches Alpinklettern, helmkompatible Kapuze.
Arc'teryx — Alpha SV
Gore-Tex-Pro-Referenz, von zahlreichen Bergführern genutzt, körpernahe technische Passform.
Mammut — Nordwand Pro HS
Für große Nordwände konzipiert, helmkompatible Kapuze, sehr gute Atmungsaktivität.
Millet — Typhon GTX Pro
Französische Hochgebirgsmarke, bewährte Robustheit an anspruchsvollen Wänden.
Unabhängige redaktionelle Auswahl, keine kommerzielle Verbindung oder Partnerschaft.
Nach Angaben des Unternehmens zählt Cimalp mehr als 1.000 Hochgebirgsführer und Bergwanderführer zu seinen Kunden, die die Produkte empfehlen — ein beruflicher Status, der anhand eines Berufsausweises überprüft wird. Zwei Rettungskräfte des PGHM de Chamonix, Fred Souchon und Bastien Fleury, sind zudem persönliche Markenbotschafter.
Quellen und Ressourcen



Weiterlesen
FAQ
Braucht man unbedingt eine Daunenjacke?
Ja, die Wärmeisolierung ist am Gipfel und bei Pausen unverzichtbar.
Hardshell oder Softshell für den Mont Blanc?
Idealerweise beides, oder eine sehr schützende Softshell ergänzt durch eine leichte Hardshell.