
Henriette d'Angeville
Geschrieben von Victor Michel — Geschichtsbegeisterter und leidenschaftlicher Alpinist, wohnhaft in Chamonix. Veröffentlicht am 7. Mai 2026 · Aktualisiert am 3. August 2026
Henriette d'Angeville vollbringt 1838 eine Besteigung des Mont Blanc, die durch ihre Vorbereitung, ihren Bericht und ihre sportliche Tragweite berühmt wurde.
Eine 44-jährige Adlige, finanziell unabhängig
1794 in eine Adelsfamilie geboren, organisiert und finanziert Henriette d'Angeville ihre Expedition mit 44 Jahren selbst — eine für eine Frau ihrer Zeit seltene Unabhängigkeit. Sie bereitet ihre Besteigung methodisch vor, weit entfernt von der Improvisation, die dreißig Jahre zuvor die Besteigung von Marie Paradis geprägt hatte.
3. September 1838: auf dem Gipfel ohne körperliche Hilfe
Am 3. September 1838 erreicht Henriette d'Angeville, begleitet von 13 Bergführern und Trägern, den Gipfel des Mont Blanc. Anders als Marie Paradis, die 1808 buchstäblich getragen wurde, vollzieht sie den Aufstieg aus eigener Kraft, ohne körperliche Unterstützung der Bergführer — was sie für viele Historiker zur ersten wirklichen sportlichen Alpinistin macht.
„Höher als der Mont Blanc“
Als sie den höchsten Punkt erreicht, bittet sie einen ihrer Bergführer, sie für einige Augenblicke auf die Schultern zu heben — und wird so, der berühmt gebliebenen Anekdote zufolge, zur ersten Frau, die „höher als der Mont Blanc“ selbst war. Ihre Leistung trägt ihr den Beinamen „Fiancée du Mont-Blanc“ ein.
Eine maßgefertigte Ausrüstung und ein in Genf bewahrter Bericht
Für die Besteigung lässt sie sich eine maßgefertigte Ausrüstung anfertigen — Flanellhose, taillierter Gehrock, isolierende Mütze, Woll- und Seidenstrümpfe, wasserdichte Schuhe mit Steigeisen. Ihr handschriftlicher Bericht über die Expedition wird heute in den Beständen der Bibliothèque de Genève aufbewahrt.



FAQ
Wer war Henriette d'Angeville?
Sie vollbringt 1838 eine Besteigung des Mont Blanc, die durch ihre Vorbereitung, ihren Bericht und ihre sportliche Tragweite berühmt wurde.
Wie unterscheidet sich ihre Besteigung von der von Marie Paradis?
Sie gilt oft als die erste vollständig sportliche und eigenständige Frauenbesteigung des Mont Blanc, dreißig Jahre nach der von Marie Paradis im Jahr 1808.
Welche Wirkung hatte ihr Bericht?
Der Bericht, den sie über ihre Besteigung verfasste, prägte die Vorstellung vom weiblichen Alpinismus des 19. Jahrhunderts.
Warum trägt Henriette d'Angeville den Beinamen „Fiancée du Mont-Blanc“?
Dieser Beiname wird ihr nach ihrer Besteigung vom 3. September 1838 gegeben, die sie ohne körperliche Hilfe der Bergführer vollzog.
Wie hat sich Henriette d'Angeville für die Besteigung ausgerüstet?
Sie lässt sich eine maßgefertigte Ausrüstung anfertigen: Flanellhose, taillierter Gehrock, isolierende Mütze, Woll- und Seidenstrümpfe, wasserdichte Schuhe mit Steigeisen.
Wo lässt sich der Originalbericht ihrer Besteigung einsehen?
Ihr handschriftlicher Bericht wird in den Beständen der Bibliothèque de Genève aufbewahrt.
Warum heißt es, Henriette d'Angeville sei „höher als der Mont Blanc“ gewesen?
Der berühmt gebliebenen Anekdote zufolge ließ sie sich am Gipfel auf die Schultern eines Bergführers heben und war damit für einige Augenblicke buchstäblich höher als der höchste Punkt selbst.