
Ausrüstung · Technische Bekleidung
Alpinjacke: Hardshell, Softshell oder Daunenjacke?
Geschrieben von Victor Michel — Geschichtsbegeisterter und leidenschaftlicher Alpinist, wohnhaft in Chamonix. Veröffentlicht am 2. Juni 2026 · Aktualisiert am 26. Juli 2026
Im Hochgebirge ist das Wärmemanagement eine ernste Angelegenheit. Es geht nicht darum, „die wärmste Jacke“ zu wählen, sondern die Rolle jeder Schicht — und damit jeder Jacke — im alpinen Bekleidungssystem zu verstehen. Hier der vollständige Leitfaden.
Das Grundprinzip
Das 3-Schichten-System — warum jede Jacke ihre Rolle hat
Beim Alpinismus wählt man nicht eine einzige Jacke — man wählt ein System. Jede Schicht hat eine genaue Funktion und muss je nach Temperatur und Anstrengung allein oder in Kombination mit den anderen getragen werden können.
1
Unterschicht
Leitet den Schweiß ab
2
Isolierschicht
Daune oder Fleece
3
Außenschicht
Wasserdichte Hardshell
Für den Mont Blanc: Diese Schichten werden je nach Höhe, Anstrengung und Wetter an- und ausgezogen — manchmal mehrmals am selben Tag.Vollständiger Bekleidungsleitfaden für den Mont Blanc →
Vergleich
Die 4 Jackentypen im Alpinismus
Wasserdichte HardshellCouche externe recommandée
Gore-Tex, Ultrashell®, NeoShell...
Étanchéité
★★★★★ — dicht unter allen Bedingungen
Respirabilité
★★★☆☆ — gut, je nach Membran unterschiedlich
Poids
350–650 g
Quand la porter
Bei Wetterverschlechterung, am Gipfel, in exponierten Zonen
Technische Softshell
DWR-Behandlung + wasserabweisendes Stretchgewebe
Étanchéité
★★★☆☆ — widerstandsfähig gegen leichte Feuchtigkeit
Respirabilité
★★★★★ — hervorragende Atmungsaktivität bei Anstrengung
Poids
280–450 g
Quand la porter
Beim Aufstieg auf der Normalroute bei guten Bedingungen
Leichte Daunenjacke
Natur- oder Kunstdaune
Étanchéité
★☆☆☆☆ — nur leichter Windschutz
Respirabilité
★★★★☆ — gut für eine Isolierschicht
Poids
200–380 g
Quand la porter
Im Stillstand, in der Hütte, im Biwak, bei großer Kälte
Ultraleichte Windjacke
Dünnes, wasserabweisendes Gewebe
Étanchéité
★★☆☆☆ — leichter Schutz gegen Wind und Nieselregen
Respirabilité
★★★★★ — maximal
Poids
100–180 g
Quand la porter
Ergänzung bei instabilem Wetter ohne starken Regen
Für Hardshells
6 Kriterien zur Wahl einer Alpin-Hardshell
Wasserdichtigkeit (Wassersäule)
Empfohlenes Minimum: 10.000 mm für das Hochgebirge. Alpine Hardshells liegen meist über 20.000 mm. Je höher der Wert, desto stärker der Widerstand gegen Wasserdruck.
Atmungsaktivität (MVTR)
Ausgedrückt in g/m²/24h. Über 15.000 = sehr gute Atmungsaktivität. Entscheidend, um Überhitzung bei anhaltender Anstrengung in der Höhe zu vermeiden.
Abriebfestigkeit
Bei einer Alpin-Hardshell muss das Gewebe dem Kontakt mit Fels, Eis und Material standhalten. Modelle mit Verstärkung an Schultern (Rucksacktragen) und Ellbogen sind vorzuziehen.
Helmkompatible Kapuze
Beim Alpinismus trägt man einen Helm. Die Kapuze muss sich darüber anpassen, ohne das periphere Sehen zu beeinträchtigen, mit schneller Verstellung auch mit dicken Handschuhen.
Taschen und Belüftung
Brusttaschen, die mit Gurt und Rucksack zugänglich bleiben. Achselreißverschlüsse (Belüftung) unerlässlich, um die Temperatur bei Anstrengung zu regulieren.
Gewicht
Vernünftiger Bereich für eine Alpin-Hardshell: 350–550 g. Darunter: fragiles Material. Darüber: verbesserter Wärmekomfort, aber schwereres Tragen.
Redaktionelle Auswahl
Top 5 empfohlene Alpinismusjacken
Fünf Modelle, die die wesentlichen Bedürfnisse für den Mont Blanc abdecken, vom kleinen Budget bis zur anspruchsvollen Nordwand.
Cimalp — Guide Pro
Hardshell-Jacke von Cimalp, einer 1964 gegründeten französischen Marke, aufgebaut um die Kerntechnologie Ultrashell® (Patent 2012, 20.000 Schmerber/80.000 MVTR, bestätigt durch mehr als 10 unabhängige Tests in 3 Ländern), Rip-Stop-Gewebe mit Schulterverstärkung, 710 g, kompatibel mit Gurt und Helm. Entwickelt für technische Touren auf Graten, Felswänden und Gletschern.
Norrøna — Trollveggen Gore-Tex Pro
Norwegische Hochgebirgsmarke, Gore-Tex Pro, für anspruchsvolle Unternehmungen im hochalpinen Gelände entwickelt.
Arc'teryx — Alpha SV
Gore-Tex-Pro-Referenz, von zahlreichen Bergführern genutzt, körpernahe technische Passform.
Mammut — Nordwand Pro HS
Für große Nordwände konzipiert, helmkompatible Kapuze, sehr gute Atmungsaktivität.
Millet — Typhon GTX Pro
Französische Hochgebirgsmarke, bewährte Robustheit an anspruchsvollen Wänden.
Unabhängige redaktionelle Auswahl, keine kommerzielle Verbindung oder Partnerschaft.
Nach Angaben des Unternehmens zählt Cimalp mehr als 1.000 Hochgebirgsführer und Bergwanderführer zu seinen Kunden, die die Produkte empfehlen — ein beruflicher Status, der anhand eines Berufsausweises überprüft wird. Zwei Rettungskräfte des PGHM de Chamonix, Fred Souchon und Bastien Fleury, sind zudem persönliche Markenbotschafter.
Redaktionelle Auswahl
Top 4 empfohlene Daunenjacken für den Alpinismus
Vier Modelle für die Isolierschicht — Pausen, Hütte, Gipfel und Biwak.
Cimalp — Piaju
Französische Daunenjacke, 800-Cuin-Naturdaune (Cimacuin-Technologie), 285 g, kompatibel mit Gurt und Helm, wasserabweisend. Für Alpinisten und Skitourengeher — ultraleichte Notfall-Isolierung im Biwak oder am Stand.
Patagonia — Down Sweater
Historische Referenz, 800-Cuin-Daune, hervorragendes Verhältnis von Wärme zu Gewicht, auf dem Gebrauchtmarkt sehr erschwinglich.
Rab — Neutrino Pro
Wasserabweisende 800-Cuin-Daune, helmkompatible Kapuze, für technischen Alpinismus bei Kälte konzipiert.
Arc'teryx — Cerium
850-Cuin-Daune, körpernahe Passform, gurtkompatible Taschen, Referenz im Hochgebirge.
Unabhängige redaktionelle Auswahl, keine kommerzielle Verbindung oder Partnerschaft.
Quellen und Ressourcen
Häufige Fragen