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    Höhenkrankheit am Mont Blanc: Symptome, Prävention und Verhalten

    Veröffentlicht am 30. Mai 2026 · Aktualisiert am 5. Juli 2026

    Die akute Höhenkrankheit (AMS) ist die häufigste Ursache für Abbruch und Unfälle bei Besteigungen in großer Höhe. Am Mont Blanc (4.805 m) ist der Sauerstoffmangel real und nimmt stetig zu. Ihn zu verstehen bedeutet, sich darauf vorbereiten zu können.

    Verstehen

    Warum die Höhe den Körper beeinflusst

    Am Gipfel des Mont Blanc (4.805 m) beträgt der Luftdruck etwa 575 hPa gegenüber 1.013 hPa auf Meereshöhe. Der Sauerstoffgehalt der Luft bleibt gleich (21 %), doch jeder Atemzug liefert weniger Sauerstoffmoleküle — etwa 53 % dessen, was auf Meereshöhe aufgenommen wird.

    Der Körper reagiert mit erhöhter Atem- und Herzfrequenz. Bei den meisten Menschen ist diese Anpassung teilweise und schrittweise: Sie dauert zwischen 12 und 48 Stunden. Deshalb ist die Akklimatisierung — das Verbringen von Zeit auf mittlerer Höhe vor dem Gipfelversuch — das wichtigste Präventionsmittel.

    Erkennen

    Schweregrade und Verhalten

    GradZu erkennende AnzeichenWas zu tun ist
    Leichte Höhenkrankheit (AMS)Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit, leichte Übelkeit, Appetitlosigkeit, leichter Schwindel.Pause einlegen, trinken, nicht weiter aufsteigen. Auf Besserung warten, bevor es weitergeht.
    Mäßige HöhenkrankheitStarke Kopfschmerzen, die durch Ibuprofen nicht gelindert werden, Erbrechen, extreme Müdigkeit, unsicherer Gang.Sofort absteigen. Nicht abwarten. Ein Abstieg von 500 m genügt oft zur Besserung.
    HACE — HirnödemVerwirrtheit, Halluzinationen, Gleichgewichtsverlust, Unfähigkeit, geradeaus zu gehen, tiefe Schläfrigkeit.Absoluter Notfall. Sofortiger Abstieg und Rettungsruf (PGHM: +33 4 50 53 16 89).
    HAPE — LungenödemAtemnot in Ruhe, Husten mit rosafarbenem Auswurf, bläuliche Lippen, schnelle, mühsame Atmung.Lebensbedrohlicher Notfall. Sofort das PGHM rufen. Abstieg auch nachts, wenn möglich.

    PGHM Chamonix (Bergrettung): +33 4 50 53 16 89. Im Notfall: 15 (Rettungsdienst SAMU), 18 (Feuerwehr) oder 112.

    Prävention

    Wie man das Risiko der Höhenkrankheit senkt

    01

    Schrittweise Akklimatisierung — die 300-m-Regel

    Über 3.000 m nicht mehr als 300 Höhenmeter Schlafhöhe pro Nacht gewinnen. Wer in der Goûter-Hütte (3.835 m) übernachtet, dem hilft eine vorherige Nacht in Tête Rousse (3.167 m) erheblich.

    02

    Ausreichend trinken

    Dehydrierung verstärkt die Auswirkungen der Höhenkrankheit. Mindestens 3 Liter Wasser pro Tag in der Höhe trinken, auch ohne Durstgefühl. Alkohol am Vorabend und während der Besteigung meiden.

    03

    Das Tempo respektieren — die Regel des langsamen Schritts

    Langsames, gleichmäßiges Aufsteigen ist besser als Sprint und Pause im Wechsel. Ein Bergführer kennt das optimale Tempo für seine Gäste — einer der großen Vorteile einer Führung.

    04

    Warnsignale nicht ignorieren

    Der gefährlichste Reflex im Gebirge ist es, Symptome aus Ehrgeiz oder sozialem Druck herunterzuspielen. Anhaltende Kopfschmerzen über 3.500 m sind ein ernst zu nehmendes Signal.

    05

    Vorbeugende Medikamente — ärztlicher Rat verpflichtend

    Acetazolamid (Diamox) wird gelegentlich vorbeugend verschrieben. Es reduziert bestimmte AMS-Effekte, ist aber nicht frei von Nebenwirkungen. Vor der Besteigung mit einem Arzt besprechen, niemals in Selbstmedikation.

    Zu merken

    Die absolute Regel: niemals weiter aufsteigen, wenn sich die Symptome verschlimmern.

    Im Hochgebirge ist die falsche Entscheidung nicht das Umkehren. Die falsche Entscheidung ist das Weitermachen trotz klarer Warnsignale. Ein Bergführer ist darin ausgebildet, diese Signale zu erkennen und die Entscheidung objektiv zu treffen.

    Häufige Fragen

    FAQ Höhenkrankheit

    Ab welcher Höhe beginnt die Höhenkrankheit?

    Erste Symptome können bei manchen empfindlichen Personen bereits ab 2.500 m auftreten, doch das Risiko steigt deutlich über 3.000 m. In der Goûter-Hütte (3.835 m) und am Gipfel des Mont Blanc (4.805 m) spürt fast jeder Alpinist eine durch den Sauerstoffmangel verstärkte Anstrengung.

    Ist die Höhenkrankheit vorhersehbar?

    Nein. Weder Alter noch körperliche Fitness noch alpinistische Erfahrung garantieren Immunität. Spitzensportler können eine schwere Höhenkrankheit entwickeln, während untrainierte Senioren möglicherweise keinerlei Probleme haben. Die einzige echte Prävention: schrittweise Akklimatisierung.

    Kann man mit Kopfschmerzen weiter aufsteigen?

    Leichte Kopfschmerzen, die mit Ruhe und einem Schmerzmittel (Ibuprofen) verschwinden, sind beherrschbar. Anhaltende oder beim Aufstieg zunehmende Kopfschmerzen sind ein Stoppsignal. Die absolute Regel: niemals mit sich verschlimmernden Symptomen weiter aufsteigen.

    Muss man bei Höhenkrankheit absteigen?

    Bei mäßiger Höhenkrankheit oder jedem Symptom, das sich in Ruhe nicht bessert, ja — der Abstieg ist die einzig zuverlässige Lösung. Die Höhenkrankheit 'vergeht' nicht, wenn man auf derselben Höhe bleibt. Ein Abstieg um 300 bis 500 m genügt meist zur schnellen Besserung.